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Vor-Verhandlungen #1: Helmut Draxler - Die Form der Politik und ihre Vermittlung. 29.09.2020 @ Kunstverein Langenhagen.

Hat die Politik eine Form? Oder ist sie genau dasjenige, das als Handlung, Praxis oder Ereignis jede Form überwindet? Um im sozialen Raum und in der sozialen Zeit überhaupt in Erscheinung treten zu können, bedarf sie zweifellos einer Form. Und doch tritt Politik häufig in einer Form auf, die ihre eigene Formalität, Geformtheit oder Formiertheit zu negieren scheint. Hierbei transformiert sich das transzendentale Ziel, jeder formalen Beschränktheit zu entkommen, in einen empirischen Gestus, so als ob im Hier und Jetzt bereits formlos gesprochen werden könnte. In dieser Geste wurzeln die unbedingten Wahrheitsansprüche der unterschiedlichsten politischen Diskurse; sie immunisieren sich so gegen Kritik und verdecken ihre je eigene Verstricktheit in Unwahrheit und Macht.

Helmut Draxler ist Professor für Kunsttheorie an der Universität Wien. Als Kunsthistoriker und Kulturtheoretiker publiziert er regelmäßig zu Theorie und Praxis der Gegenwartskunst. Von 1992–1995 war er Direktor des Kunstvereins in München, von 1999–2012 Professor für Ästhetische Theorie an der Merz Akademie, Hochschule für Gestaltung, Kunst und Medien in Stuttgart. Zwischen 2004–2006 arbeitete er gemeinsam mit Sabeth Buchmann und Stephan Geene am Forschungsprojekt „Film und Biopolitik“ an der Ian van Eyck-Akademie in Maastricht, und von 2005–2008 war er als Mitglied des Ankaufsbeirats der Nationalgalerie, Hamburger Bahnhof in Berlin tätig. Von 2013 bis 2014 hatte er die Professor für Kunsttheorie und Kunstvermittlung an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg inne.

Edited

05/11/2020

Originally Published

2020

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